Lob Des Schattens

Zeitgenössische, ostasiatische Kunst aus der Sammlung POhl

08.04.2026 – 09.11.2026

Ausgehend von dem kulturphilosophischen Essay Lob des Schattens (1933) des japanischen Schriftstellers Tanizaki Jun’ichirō zeigt die aktuelle Sammlungspräsentation der Sammlung Pohl eine Auswahl zeitgenössischer, ostasiatischer Positionen aus dem eigenen Bestand. Zu sehen sind Werke japanischer, chinesischer, südkoreanischer und vietnamesischer Künstlerinnen und Künstler, die sich auf unterschiedliche Weise mit tradierten Normen und Praktiken ihrer jeweiligen Gesellschaft auseinandersetzen.

Haegue Yang: Lightning Gleam in the Lunar Mountains, Trustworthy #314 (2017) © für das Werk bei der Künstlerin; für die Fotografie bei Jens Gerber

Qiu Shihua: Ohne Titel (2024) © für das Werk bei dem Künstler; für die Fotografie bei Jens Gerber

Im Verhältnis von Präsenz und leere

Tanizakis Beschreibung der ostasiatischen Ästhetik bildet die theoretische Grundlage der Ausstellung. Wie im Essay stehen daher auch in den ausgestellten Werken das Verständnis von Raum und Wahrnehmung sowie das gleichberechtigte Zusammenspiel von Licht und Schatten, Fülle und Leere sowie Materialität und Spiritualität im Zentrum.

Die Künstlerinnen und Künstler begeifern diese Gegensätze nicht als ein Entweder-oder, sondern betonen ihre wechselseitige Bedingtheit. So entstehen komplexe Erfahrungsräume, in denen traditionelle Bildvorstellungen aufgegriffen, transformiert und mit neuen Einflüssen überlagert werden.

Die Ausstellung bietet einen facettenreichen Einblick in aktuelle künstlerische Positionen aus Ostasien mit Werken von u.a. Ai Weiwei, Leiko Ikemura, Yayoi Kusama, Lee Ufan, Thuy Tien Nguyen, Hyun-Sook Song, Evelyn Taocheng Wang und Haegue Yang.

Lee Ufan: Correspondence (2006); Lee Ufan: Dialogue (2010); Thuy Tien Nguyen: above folded point, below eye level (2024); Sung-Hee Cho: Light Blue blossom (2012) © für die Werke bei Thuy Tien Nguyen und für Lee Ufan und für Sung-Hee Cho bei VG Bild-Kunst, Bonn (2026); für die Fotografie bei Jens Gerber

Ai Weiwei: Iron Root (2017); Evelyn Taocheng Wang: Grandmother Underwear and Imitation of Agnes Martin (2025) © für die Werke bei den Künstlern; für die Fotografie bei Jens Gerber

Isa Genzken

08.04.2026 – 09.11.2026

Die Präsentation widmet sich dem vielschichtigen Werk Isa Genzkens, die seit den 1970er-Jahren zu den einflussreichsten Positionen der Gegenwartskunst zählt. Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg hat sie eine künstlerische Praxis entwickelt, die sich durch eine breite Materialvielfalt auszeichnet: Holz, Gips, Epoxidharze und Beton stehen in ihren Werken gleichberechtigt neben Kunststoffen. Die Sammlung Pohl gibt nun einen Einblick in das komplexe Œuvre der Künstlerin.

Isa Genzken: Nofretete (2018) © für das Werk bei bei VG Bild-Kunst, Bonn (2026); für die Fotografie bei Jens Gerber

Isa Genzken: Weltempfänger (1987) © für das Werk bei bei VG Bild-Kunst, Bonn (2026); für die Fotografie bei Jens Gerber

Zwischen Konsum, Architektur & Technik

Als eine der ersten Kunstschaffenden setzte sich Isa Genzken bereits früh mit computergenerierten Verfahren auseinander. In ihren Parallelogrammen entwickelt sie Formen, die mathematische Präzision mit einem konzeptuellen Kunstverständnis verbinden. Die Präsentation von Genzkens Werken bringt diese frühe Schaffensphase mit aktuellen Arbeiten in Resonanz.

So zeigt eine Skulptur die legendäre altägyptische Herrscherin Nofretete, welche die Künstlerin mit einem modernen und humorvollen Twist versieht, der Mythos und Konsumästhetik miteinander verschmelzen lässt. Die Arbeiten der Künstlerin verweisen zudem auf ihr anhaltendes Interesse an urbanen Strukturen und deren Auflösung. Die reflektierenden Wandarbeiten erinnern an monumentale Glasfassaden und greifen die Dynamik sowie Brüchigkeit moderner Großstadtarchitektur auf. Zugleich stellen sie Fragen nach der Verortung und Verantwortung des gegenwärtigen Menschen.

In ihrer Vielschichtigkeit laden die ausgestellten Werke dazu ein, gegenwärtige Vorstellungen von Architektur, Materialität und kulturellen Bildern zu reflektieren.

Isa Genzken: Soziale Fassade (2002) © für das Werk bei bei VG Bild-Kunst, Bonn (2026); für die Fotografie bei Jens Gerber

Isa Genzken: Ohne Titel (2015) © für das Werk bei bei VG Bild-Kunst, Bonn (2026); für die Fotografie bei Jens Gerber

RÜckblick


Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

30. April 2025 – 01. März 2026


im Gästezimmer Drei

12. November 2025 – 01. März 2026


Konstellationen

30. April 2025 – 25. Januar 2026


Stopover

01. März 2024 – 28. Februar 2025


im Gästezimmer ZWEI

22. April 2024 – 07. Juni 2024


Einblick zwei

21. Dezember 2022 – 28. Februar 2023


im Gästezimmer EINS

14. September 2022 – 28. Februar 2023


Einblick Eins

1. Juli 2022 – 20. November 2022